Liebe Leserschaft,
die letzte Nachricht aus der nie endenden Horrorgeschichte des Deutschen Schachbundes lautet: Es gibt nun doch einen außerordentlichen Kongress mit Neuwahlen. Das Schiedsgericht des DSB, wie nicht anders zu erwarten war, hat der Klage einiger Landesverbände stattgegeben. So schön, so gut. Gelöst sind damit die mannigfachen Probleme im deutschen Schach nicht.
Wenden wir uns also positiven Nachrichten zu. In Deutschland hat über Ostern das größte Schachopen der Welt stattgefunden. Das grenke Schachfestival mit knapp 4.000 Spielerinnen und Spielern. Der Höhepunkt im Festival war natürlich das grenke-Freestyle Chess Open mit der Nummer Eins des Weltschachs Magnus Carlson. Und natürlich der deutschen Nummer Eins Vincent Keymer. Und genau dem gelang der große Wurf, er gewann das Freestyle Turnier vor lauter Top-GMs und qualifizierte sich für die Weltmeisterschaft im Freestyle 2027.
Aber da gibt es ja noch den anderen deutschen Topspieler, der derzeit in aller Munde und Medien ist: Matthias Blübaum. Wie heißt es bei ChessBase: „Es ist erstaunlich mit was für einer Konstanz Matthias Blübaum gegen die Weltelite des Schachs über so viele Runden remis spielt. Dreizehn Runden wurden mittlerweile gespielt und weiter teilt er sich die Punkte mit seinen Gegnern. In der ersten Turnierhälfte hatte Fabiano Caruana es noch als einziger geschafft, gegen Blübaum zu gewinnen. Nun mit den schwarzen Figuren in Runde 12 war auch ihm dies nicht mehr möglich.“ Und in Runde 13 spielte Matthias Blübaum remis gegen Hikaru Nakamura.
Die Rede ist natürlich vom Kandidatenturnier auf Zypern, das zwar erst nach unserem Redaktionsschluss endet, der Sieger aber schon feststeht. Es ist nicht einer der großen Namen, es ist der junge Usbeke Javokhir Sindarov, der sich von seinem ärgsten Verfolger Anish Giri remis trennte in der 13. Runde. Giri hat bei einer noch zu spielenden Partie einen Rückstand von 2 Punkten.
Wir können uns also auf den Weltmeisterschaftskampf Titelverteidiger Gukesh Dommaraju (Indien) gegen Herausforderer Javokhir Sindarov (Usbekistan) freuen. Ich glaube, da muss sich der amtierende Weltmeister richtig anstrengen, will er seinen Titel verteidigen. Bisher konnte er die Dominanz, die man von einem amtierenden Weltmeister erwartet, noch nicht zeigen.
Das Schach lebt und bietet tollen Sport mit erfolgreicher deutscher Beteiligung. Eine beruhigende Nachricht. Funktionäre bekommen das Schach nicht zerstört.
In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern viel Spaß mit JugendSchach und unserem Hobby Schach!
Bleibt gesund und zuversichtlich!
Ihr / Euer Jörg Schulz

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