Schachzeitung JugendSchach Ausgabe 09 2019

Gold und Silber für den deutschen Nachwuchs. Das war doch mal wieder eine tolle Nachricht aus dem Jugendschach in Deutschland! Bei der Mannschafts-Europameisterschaft gewann im Open U18 die deutsche Mannschaft die Goldmedaille und zusätzlich die Mädchenmannschaft noch die Silbermedaille in ihrem Turnier, punktgleich mit den Siegerinnen aus Bulgarien. Die Erfolge im Nachwuchsbereich mehren sich in den letzten Jahren und oftmals sind es die Mädchen, die für die Erfolge sorgen. So viel wird also wohl nicht falsch gemacht im Nachwuchsbereich.

Derzeit beim Schreiben dieser Zeilen spielen einige diese sehr guten Nachwuchskräfte bei den Europameisterschaften mit. Von dort wird erzählt, dass bei der EM die Kontrollen gegen den elektronischen Betrug auf Hochtouren laufen. Alle Spielerinnen und Spieler dürfen keine technischen Geräte in den Spielsaal bringen, keine eigene Uhren, keine eigenen Kugelschreiber etc., werden abgetastet beim Verlassen des Spielsaales. Muss wohl so sein, obgleich ich ein ungutes Gefühl dabei habe, wenn dies bei Kindern gemacht wird wie bei den U8 Mädchen und Jungen.

Wichtiger finde ich allerdings auch, wenn Betrugsfälle aufgedeckt werden, dass dann auch konsequent gehandelt und bestraft wird. Bei der letztjährigen Europameisterschaft war ein Jugendlicher aus Österreich überführt worden, er hatte ein Handy im Turniersaal dabei. Der Österreichische Verband reagierte schnell und gut. Er nahm den Spieler aus dem laufenden Turnier, untersuchte den Fall und sperrte ihn für einige Monate. Hingegen ein Jahr später konnten die Europäische Schachunion und der Weltverband FIDE zu keinem Ergebnis kommen. So spielt der betroffene Jugendliche die diesjährige EM wieder mit, so als wäre nichts geschehen. Man sei noch zu keinem Ergebnis gekommen, sagt die FIDE und streitet sich lieber darüber, ob sich eine Kommission oder eine Arbeitsgruppe um Betrug im Schach kümmern soll, wie das Gremium wohl am besten heißen könnte.

Nur mit konsequenten Handeln kann man diesen Betrug und unfaires Verhalten in den Griff bekommen. Und da wäre es auch ganz hilfreich, wenn man sich mal, bei anderen Verbänden umschaut, wie die Deutsche Schachjugend dies gerade mit ihrer Interviewserie zum Fairplay macht. Und siehe da, andere Sportarten wie zum Beispiel Judo sind da sehr viel weiter. Da gehört Fairplay zu den Grundtugenden der Sportart. Eine Diskussion wie beim Schachbund, ob es denn Fairplay im Schachsport überhaupt geben kann, wird bei anderen Verbänden nicht geführt.

Aber zum Glück gibt es ja immer die Hoffnung auf Verbesserung. Also wird die Deutsche Schachjugend weiter am Ball bleiben und Fairplay im Schachsport thematisieren.
Für unsere Lesergemeinschaft steht Fairplay bestimmt hoch im Kurs, denn sie spielt Schach aus Freude und Leidenschaft.

In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß mit diesem Heft und grüße alle herzlich.

Ihr / Euer

Jörg Schulz

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