JugendSchach Ausgabe 07/2022
Es waren bewegende Worte, die Marina Nezhyvenko in ihrer Dankesrede auf der Siegerehrung der Deutschen Jugendmeisterschaften in Willingen fand. Sie machte noch einmal aufmerksam, aus welcher Kriegssituation die ukrainischen Familien nach Deutschland gekommen sind und wie dankbar sie sind, dass einigen von ihnen die Möglichkeit gegeben wurde an den Deutschen Meisterschaften teilzunehmen. Ihr Sohn Mykhaylo erzählte zum Beispiel, dass der Vater in der Ukraine zurückbleiben musste und es sein Ziel ist, wenn sie wieder in die Ukraine zurückkehren, seinem Vater stolz den Pokal eines Deutschen Meisters überreichen zu können. Das Ziel zumindest konnte er erreichen, er gewann die DEM U10. In der neu eingeführten DEM U8 fielen sich zwei ukrainische Kinder um den Hals. Sie kamen aus dem gleichen Dorf in der Ukraine, mussten beide mit ihren Müttern und Geschwistern fliehen. Die einen strandeten in Berlin, die anderen in Düsseldorf. Und hier in Willingen bei der U8-Meisterschaft fanden sie wieder…
JugendSchach Ausgabe 06/2022
Hier bei uns in der Geschäftsstelle der Deutschen Schachjugend brennt die Hütte. Anfragen über Anfragen von Kindern, Jugendlichen, Eltern, Betreuern, die alle noch einen Platz bei den offenen Turnieren innerhalb der Deutschen Jugendmeisterschaften haben wollen. Innerhalb einer Stunde waren die 150 Plätze für die offenen Deutschen Meisterschaften U25 bei der freigeschalteten Onlinemeldung weg. Die Kinder, Jugendlichen wollen wieder Schach spielen! Und das können sie zum Glück auch. Viele regionale Turniere finden wieder statt. Neben den Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften werden derzeit die nachgeholten Deutschen Vereinsmeisterschaften in allen Altersklassen durchgeführt und auch im Schulschach wird wieder gespielt. Auch wenn man sich dort noch nicht in allen Bundesländern qualifizieren konnte, da in einigen Ländern noch keine Landeswettbewerbe durchgeführt werden durften. Was mich überrascht und irritiert, die Kritiker sind genauso wach wie ihre Schützlinge, die heiß auf Schach sind. Die Kritiker beschweren sich gleich, dass noch nicht alles so wie früher ist, es noch Einschränkungen…
JugendSchach Ausgabe 05/2022
Mit der ersten nachgeholten Altersklasse, die U12, der aus 2021 verschobenen Deutschen Vereinsmeisterschaften nahm die Deutsche Schachjugend im März wieder den Spielbetrieb in Präsenz auf und auch überall in Deutschland trifft man sich wieder von Angesicht zu Angesicht am Schachbrett zum Wettstreit. Die Coronalage lässt es wieder zu, so sagt man. Und das in Zeiten großer Zahlen von Infizierten. Doch man scheint entschlossen zu sein, mit der Pandemie leben zu wollen. Das alte Leben soll zurückkehren. Ich habe die Coronaerkrankung gerade hinter mir und im direkten Umfeld erhöht sich ständig die Zahl der Erkrankten. Normalität? Doch was sind die Alterativen? Wir können je nicht ewig das Leben herunterfahren und uns verstecken. Also wieder ran ans Brett! Doch muss man deshalb gleich alle Vorsichtsmaßnahmen über Bord werfen, wie das bei vielen Turnieren zu beobachten ist? Ich meine nein. So werden wir bei den Deutschen Jugendmeisterschaften bestimmt wieder mit einem Mund-Nasen-Schutz am…
JugendSchach Ausgabe 04/2022
Ich gestehe ein, es fällt mir schwer mich täglich mit den Alltagsthemen zu beschäftigen, so auch im Schach, denn ich hatte nie damit gerechnet erleben zu müssen, dass ein Krieg direkt vor der Haustür ausbricht. Ich kann und will das nicht weiter kommentieren. Ich möchte aber hinweisen auf eine Aktion des Deutschen Schachbundes, der auf seiner Homepage folgendes veröffentlicht hat: „Ab sofort wollen wir als erste Anlaufstelle für alle nach Deutschland geflüchteten ukrainischen Schachspieler und Schachspielerinnen dienen, um direkte Hilfe zu vermitteln. Möchten Sie Geflüchtete bei sich aufnehmen oder haben eine Unterkunft, die Sie zur Verfügung stellen können? Sie kennen ukrainische Schachspieler:innen, die vor dem Krieg nach Deutschland geflüchtet sind und nun eine Unterkunft brauchen, oder sind selbst auf dem Weg nach Deutschland? Dann melden Sie sich bei uns per Mail an ukrainehilfe@schachbund.de!“ Wir wissen, dass es auch schon erste Anfragen von ukrainischen geflüchteten Kindern bei Schachvereinen gibt. Viele Vereine…
JugendSchach Ausgabe 03/2022
Das war doch ein schönes Schachspektakel in Berlin mit dem Grand Prix der FIDE. Weltspitze zum Anfassen in der Hauptstadt. Naja zum Anfassen dann doch nicht. Da war Corona dagegen und auch der Austragungsort. Der war zwar schön gelegen mitten im Zentrum an der Straße Unter den Linden. Aber von der Größe war er nicht so ausgelegt, dass er viele Zuschauer fassen konnte, von den teuren Eintrittspreisen mal ganz abgesehen. Und wie schon beim früheren Kandidatenturner kam man als Zuschauer auch nicht dicht an die Bretter, man schaute von oben von einer Empore den Spielern auf die Köpfe. Und an Service für die Zuschauer hatte auch wieder keiner gedacht. Man wünscht den Organisatoren, dass sie mal bei der zentralen Endrunde der Schachbundesliga in Berlin vorbeischauen. Da hätten sie dann selbst erleben können, wie zuschauergerechtes Schach organisiert wird! Für uns alle war der Grand Prix aber doch ein Top-Ereignis und fesselte…





