JugendSchach Ausgabe 01/2024

Als engagierter Schacharbeitender oder auch nur begeisterter Schachspielender kann man nur noch kopfschüttelnd auf den Deutschen Schachbund schauen. Wobei kopfschüttelnd ist noch zurückhaltend formuliert. In diesen Tagen ist der Bericht der Prüfungsgruppe über die skandalösen Finanzvorkommnisse im Schachbund veröffentlicht worden. Fassungslos kämpft man sich durch die sechzehn Seiten Prüfbericht. Da werden von den Führungspersonen reihenweise die eigenen Ordnungen gebrochen, werden hohe Ausgaben getätigt, ohne dass es dazu Kalkulationen gibt, da werden Sponsorenbeträge verbucht, die es gar nicht gibt. Und am Ende fehlen in der Kasse des DSB rund 500.000 €.

Und es geht munter weiter. Man spricht davon, auch der Prüfbericht, dass das Minus um weitere rund 100.000 € wächst, da man Fördermittel an das Bundesinnenministerium zurückzahlen muss, da man zwar Mittel bezogen, aber die dazu gehörenden Maßnahmen nicht durchgeführt hat. Es geht um Steuerrückzahlungen und zudem hat man auch noch vergessen, dass man Ausrichter des Mitropa-Cups ist, einem der traditionsreichsten Mannschaftswettbewerbe in Europa, an dem man in jedem Jahr teilnimmt. Und dass die Ausrichtungen reihum gehen bei den beteiligten Föderationen und nun Deutschland an der Reihe ist, hat man einfach nicht bedacht. Man hätte rechtezeitig dafür Gelder zurücklegen müssen. Jetzt muss der normale Etat herhalten.
Und das Präsidium sagt offen, es gibt wie fast immer in solchen Situationen nur den einen Weg: Beitragserhöhung, damit für die Unfähigkeit oben die Vereine unten die Zeche zahlen. Irgendwie denkt man unverzüglich an die große Politik, wenn man sich das Finanzgebaren des DSB anschaut…

Doch es gibt auch Licht am Schachhimmel! Und dafür sorgen die Schachspieler und -spielerinnen selbst. Mit ihren herausragenden Leistungen.

Da war der tolle Auftritt der noch recht jungen Nationalmannschaft mit dem Gewinn der Silbermedaille bei der Europamannschaftsmeisterschaft. Es machte Spaß das zu verfolgen und mitzufiebern. Von dieser Mannschaft kann noch einiges erwartet werden mit dem Anführer Vincent Keymer an der Spitze!

Da sind aber auch die aktuellen Erfolge des jungen Nachwuchses bei der Weltmeisterschaft U18 – U14, von denen in diesem Heft zu lesen ist. Mit zwei Medaillen – Silber und Bronze – kamen die Nachwuchsspieler:innen aus Italien zurück ins winterliche Deutschland.

Tolle Erfolge, die Spaß und Mut machen. Und noch besser wäre es, wenn die Funktionäre sich das zum Vorbild nehmen und auch gute Arbeit leisten!

Hoffen wir also auf gute Funktionäre im neuen Jahr und auf weiterhin viele Erfolge unserer Spielerinnen und Spieler.

Ich wünsche uns allen ein wunderschönes neues Schachjahr 2024 und viel Spaß mit dieser Ausgabe.

Bleibt gesund und zuversichtlich!

Ihr / Euer Jörg Schulz

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Schach spielen!

Aktuelles

Silber und Bronze bei Jugendweltmeisterschaften

Schachserien

Denken und Planen leicht gemacht Folge 28 – Der Angriff gegen den unrochierten König – Die Bedeutung der Diagonale a3-f8
Eröffnungsecke: Drachen mit 9.0-0-0 Ld7
Taktik Matt / Vorteil in 1 Zug
Taktik Matt / Vorteil in 2 Zügen
Taktik für Fortgeschrittene und Vereinsspieler Matt / Vorteil in 3 Zügen
Kombiecke Kombinationen von der Deutschen Ländermeisterschaft 2023 Teil 2
Beiträge zur Schachdidaktik 198: Schachdidaktische Modelle 61 – Siegbert Tarrasch
Schachtaktik Mix 01/2024
Lösungen

JugendSchach

DSJ-Forum

Mädchen- und Frauenschach – Women in Chess Foundation
Mädchen- und Frauensport – gegen Gewalt an Frauen und Mädchen
Finanzen– Spendenaufruf der DSJ
Finanzen– Bundesförderung für den Jugendsport
Deutsche Schachjugend – Mitarbeiter:in (m/w/d) gesucht
Allgemeine Jugendarbeit – Sommercamp 2024
Termine – Termine – Termine

 

 

JugendSchach Ausgabe 12/2023

Kürzlich in einem Gespräch wurde ich darüber „informiert“, dass es in einem Verein, der für gute Kinderarbeit bekannt ist, gar nicht mehr läuft. Dem Verein würden die besten Talente weglaufen. Da ist Krise angesagt, hieß es. Nun lief mir kürzlich jemand von diesem „krisengeschüttelten“ Verein über den Weg und ich erkundigte mich direkt, was denn da passiert sei.
Es stellte sich heraus, es ist eigentlich das passiert, was gute Jugendarbeit ausmacht. Eigene Grenzen erkennen bei der Entwicklung und Förderung von Talenten, gemeinsam mit den Jugendlichen, den Eltern überlegen, wie man bestmöglich die Förderung fortsetzen kann, welche Möglichkeiten ins Auge zu fassen sind. Das hat in den meisten Fällen einen Vereinswechsel zur Folge, wie in diesem Fall auch. Nur eben kein Wechsel im Streit, stattdessen ein moderierter Wechsel, der keine Brücken abreist.
Viele Vereine stehen vor den Fragen, wie fördere ich meine Talente richtig, was kann ich tun, wo sind meine Grenzen? Und das Handeln bestimmen sollte immer der Gedanke, dass man das Beste für die Kinder, Jugendlichen erreicht. Viel zu oft aber wird sich an die guten Spieler und Spielerinnen geklammert. Ein Beispiel, wie man es machen kann, findet sich in dieser Ausgabe.

Im letzten Vorwort ging es um einige Finanzfragen, darunter um den Spendenaufruf der Deutschen Schachjugend, aber auch um geplante Kürzungen im Jugendsport. Im Moment laufen im Bundestag die letzten Absprachen, Abstimmungen über den Bundeshaushalt 2024. Bis vor wenigen Tagen konnte der Jugendsport noch recht zuversichtlich in die Zukunft schauen, denn es wurden von den Parlamentariern nicht nur Kürzungen bei der Förderung der deutschen sportjugend zurückgenommen, sondern es sollten auch die geplanten Kürzungen im Bereich der Freiwilligendienste zurückgenommen werden. Im Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe, sind die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen. Man muss also noch bangen und zittern, denn urplötzlich fehlen ja der Bundesregierung und damit auch den Ampelparteien 60 Milliarden Euro! Alle tun überrascht und zeigen sich ratlos. Was sie wohl auch zu meist sind. Jetzt kommt das Wort Kürzungen wieder in den Mund der Politiker. Hoffentlich nicht im Kinder- und Jugendsport, der sich zum Glück erholt hat nach dem Einbruch in der Pandemie und der für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen so wichtig ist.

Mit dieser Ausgabe, der zwölften des Jahres, geht ein weiteres Jahr JugendSchach zu Ende. Man merkt es spätestens dann, wenn Uwe Kersten das traditionelle Weihnachtsquiz zuschickt. Dieses findet sich in diesem Heft.

Die letzte Ausgabe des Jahres, also die Weihnachtsausgabe, ist auch die der guten Wünsche. Die scheinen derzeit besonders wichtig zu sein, vor allem die für eine friedliche Weihnachtszeit. Im Nahen Osten kann man noch hoffen, in der Ukraine wird man sich wohl wieder auf eine Weihnachtszeit unter Bomben einstellen müssen. Was für eine Zeit!

Trotz alledem, ich wünsche allen viel Spaß mit dieser Ausgabe und allen eine schöne Weihnachtszeit.

Bleibt gesund und zuversichtlich!

Ihr / Euer Jörg Schulz

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Schach spielen!

Aktuelles

Verschiedenes

Schachserien

Denken und Planen leicht gemacht Folge 27 – Der Angriff gegen den unrochierten König – Der Verlust des Rochaderechts (Teil 2)
Eröffnungsecke: Das Alapin-Gambit – eine Waffe gegen den 2.c3 Sizilianer
Beiträge zur Schachdidaktik 197: Schachdidaktische Modelle 60 – Isidor Gunsberg
Taktik Matt in 1 Zug
Taktik Matt / Vorteil in 2 Zügen
Taktik für Fortgeschrittene und Vereinsspieler Matt in 3 / ? Zügen
Kombiecke Weihnachtsquiz: Das Mattbild des Herrn Boden und verwandte Motive
Schachtaktik Mix 12/2023
Lösungen

JugendSchach

DSJ-Forum

Finanzen– Spendenaufruf der DSJ
Ausbildung – Chess and Health
Jugendsport – Hauptausschuss der deutschen sportjugend
Sportpolitik – Statement des dsj-Vorstandes
Ehrenamt –Schachkommunikatorpreise verliehen
Schulschach – 15. Schulschachkongress in Erlangen
Allgemeine Jugendarbeit – Sommercamp 2024
Termine – Termine – Termine

Titelbild: Nikolausschachturnier der Deutschen Schachschulen GS Am Sandberge und GS Wasserkampstrasse, mit freundlicher Genehmigung von Michael May. Vielen Dank für die Zusendung dieses tollen Fotos passend zur Ausgabe 12!

JugendSchach Ausgabe 11/2023

Im aktuellen Forum der Deutschen Schachjugend findet sich zweimal die Überschrift Finanzen für den Kinder- und Jugendsport. Beide Male ist die Deutsche Schachjugend davon betroffen. Sogar eigentlich dreimal.

Man kennt das ja die berühmten Sonntagsreden. Da wird dann von höchster Stelle betont, wie wichtig, ja überlebenswichtig die Kinder- und Jugendarbeit für den Sport ist. Ohne Nachwuchs keine Zukunft. So auch regelmäßig bei den Ansprachen der Vertreter des Deutschen Schachbundes auf der Deutschen Jugendmeisterschaft.
Doch geht es dann um das liebe Geld, da sind dann alle Sonntagsreden vergessen, da gibt es nur noch nackte Machtpolitik. Und da fällt dann meistens der so gelobte Kinder- und Jugendsport hinten runter.

So geschehen in der Bundespolitik. Im Etat der zuständigen Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurden mal eben 1 Million für den Kinder- und Jugendsport für das Etatjahr 2024 gestrichen. Genauso wie bei der Förderung für die Freiwilligendienste gestrichen wurde.
Aufgrund guter Lobbyarbeit gegenüber den Bundestagsabgeordneten, vor allem aus dem Haushaltsausschuss, wurde die Kürzung im Jugendetat zurückgenommen. Davon profitieren alle der deutschen sportjugend angeschlossenen Verbände. Darunter auch die Deutsche Schachjugend. So kann sie zumindest mit den Zahlen aus 2023 weiter planen, auch wenn die Kosten den Einnahmen davonlaufen.
Jetzt muss die Lobbyarbeit noch die Kürzungen im Bereich der Freiwilligendienste beseitigen, dann kann der Jugendsport aufatmen und das jugendliche ehrenamtliche Engagement der Freiwilligen nicht nur in den Schachvereinen weiter fortgeführt werden.

Kann die Deutsche Schachjugend in dem einen Punkt also aufatmen, so muss sie trotzdem mit einem Spendenaufruf an die Öffentlichkeit treten. Die DSJ ist bekannt für gute Aktivitäten in vielen Bereichen der Schacharbeit, ob in der Mädchenförderung, der Ausbildung, der Öffentlichkeitsarbeit, der Werbung für Schach, den begeisternden Meisterschaften und vielem mehr. Sie wird gelobt dafür und zum Teil auch beneidet. Das spiegelt sich dann in den Sonntagsreden wider. Nur eben nicht in der Finanzierung der Arbeit der Deutschen Schachjugend.

Die DSJ kämpft um eine auskömmliche Förderung durch den Deutschen Schachbund. Leider bisher vergebens. In gut zwei Jahren um die 500.000 € im DSB-Etat zu versenken, fiel dem DSB nicht schwer, die Arbeit der Schachjugend zu unterstützen hingegen sehr.

Daher nun der Schritt in die Öffentlichkeit mit einem Spendenaufruf. Bitte schauen Sie sich den Aufruf an und helfen Sie mit die Arbeit der DSJ zu ermöglichen. Jeder Euro in der Kinder- und Jugendarbeit ausgegeben, ist ein guter Euro mit einer langfristigen Wirkung!

Ich wünsche der Leserschaft eine schöne Zeit und viel Spaß mit JugendSchach. Und vor allem habt weiterhin viel Spaß beim Schach und ein Herz für die Schachjugend.

Bleibt gesund und zuversichtlich!

Ihr / Euer Jörg Schulz

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Schach spielen!

Aktuelles

Nordrhein-Westfalen wieder Deutscher Meister
Christian Glöckler Europameister im Blitz- und Schnellschach

Schachserien

Denken und Planen leicht gemacht Folge 26: Der Angriff gegen den unrochierten König – Der Verlust des Rochaderechts
Eröffnungsecke: Qualitätsopfer im Benoni Teil 2
Beiträge zur Schachdidaktik 196: Schachdidaktische Modelle 59 – Chigorins Aufstieg
Taktik Matt / Matt oder Vorteil in 1 Zug
Taktik Matt in 2 Zügen / Vorteil in 2+ Zügen
Taktik für Fortgeschrittene und Vereinsspieler Vorteil/Matt in 4+ / Vorteil/Matt in 3+ Zügen
Kombiecke: Kombis von der DLM 2023 Teil 1
Schachtaktik Mix 11/2023
Lösungen

JugendSchach

DSJ-Forum

Finanzen– Spendenaufruf der DSJ
Ausbildung Schulschach – Schulschachkongress
Allgemeine Jugendarbeit – Sommercamp 2024
Allgemeine Jugendarbeit – Schachokalypse
Öffentlichkeitsarbeit – Hackathon – Workshop
Finanzen – Bund fördert weiter den Jugendsport
Ehrenamt – Freiwilligendienst im Sport
Termine – Termine – Termine

JugendSchach Ausgabe 10/2023

nach dem Deutschen Schachbund hat nun auch die Deutsche Schachjugend auf den offenen Brief der weiblichen Schachspielerinnen reagiert, siehe DSJ-Forum in diesem Heft. Zu dem offenen Brief und der Schachwirklichkeit hatte ich im letzten Vorwort geschrieben. Die DSJ beschäftigt sich schon länger mit dem Thema Prävention und Kinderschutz und hat dazu auch schon viele Schulungen durchgeführt und sich leider seitdem auch mit vielen Vorfällen beschäftigen müssen. Zu Recht fordert sie, dass dieser Bereich stärker in die C-Trainerausbildung Eingang finden muss. Nicht alibimäßig so nebenbei, sondern als ein eigenständiger Block mit mehreren Unterrichtseinheiten.

Im August fand in Düsseldorf in den Rheinterrassen erstmalig die FIDE World Rapid Team Championship statt. Eine Mannschaftsmeisterschaft mit wild zusammengewürfelten Teams aus aller Welt. Eine herausragende Veranstaltung mit vielen Top-Großmeister:innen. Gefordert, gefördert und finanziert vom Düsseldorfer Unternehmer Wadim Rosenstein, der vor einigen Monaten als DSB-Präsident im Gespräch war, bis ihm die Landesverbände signalisierten, dass sie ihn nicht haben wollten. Er zog seine Kandidatur zurück.

Zuvor hatte er schon einige Ideen aufgezeigt, was er im DSB ändern, fördern will. Darunter auch der Jugendbereich. Und anscheinend war dies nicht eine der bekannten Sonntagsreden, ach wie wichtig ist doch die Jugend für den Verband, sondern bei der World Rapid Team Championship setzte er dies auch direkt um und lud die Deutsche Schachjugend ein, mit zwei Teams an der WM teilzunehmen. Eine große Chance für die Jugend! Vielen Dank für dieses Angebot und diese Förderung. Und es scheint so zu sein, als ob damit die Förderung der Jugend nicht enden wird. Man darf gespannt sein, was da noch kommt!

Auch in anderen Mannschaften wurden Jugendliche eingesetzt, so dass sich eine große Zahl an Top-Jugendspieler:innen mit den Großen des Schach messen konnten.

Eine tolle Geste war es auch, dass an den herausragenden Jugendfunktionär der DSJ Rainer Niermann gedacht wurde. Ihm zu Ehren wurde ein Sonderpreis für die U12 ausgelobt, den auch ein Spieler aus den DSJ-Teams mit einer schönen Partie gegen einen GM gewann. Auch dafür sei an dieser Stelle herzlich gedankt!

Ich wünsche der Leserschaft einen sonnigen Restsommer und natürlich viel Spaß mit JugendSchach. Und vor allem habt weiterhin viel Spaß beim Schach.

Bleibt gesund und zuversichtlich!

Ihr / Euer Jörg Schulz

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Schach spielen!

Aktuelles

FIDE World Rapid Team Championship mit DSJ-Beteiligung
Jugendmeisterschaften der EU: Paul David Peglau Zweiter in der U10

Schachserien

Denken und Planen leicht gemacht Folge 25: Der Angriff gegen den unrochierten König – Der Angriff über die Todesdiagonale (Teil 3)
Eröffnungsecke: Qualitätsopfer im Benoni
Taktik Matt / Matt oder Vorteil in 1 Zug
Taktik Matt in 2 Zügen / Matt oder Vorteil?
Taktik für Fortgeschrittene und Vereinsspieler: Vorteil in 2 / 3 oder mehr Zügen
Kombiecke: Kombis von der DEM 2023 Teil 3
Beiträge zur Schachdidaktik 195: Schachdidaktische Modelle 58 – Vom Sammeln kleiner Vorteile
Schachtaktik Mix 10/2023
Lösungen

JugendSchach

DSJ-Forum

Gesellschaftliche Verantwortung – Kinderschutz u. Prävention
Internationales – Deutsch–Japanischer Simultanaustausch
Allgemeine Jugendarbeit – Schachtour 2023
Mädchenschach – Mädchenschachkongress
Termine – Termine – Termine

Titelfoto: Blick in den Spielsaal beim FIDE World Rapid Team Championship (Foto ChessBase)

JugendSchach Ausgabe 09/2023

Hat etwa der Wettergott JugendSchach gelesen? Er ließ auf den hitzigen Juni einen verregneten, kühlen Juli folgen. Und genau da fand das Sommerlager der Deutschen Schachjugend als Zeltlager statt. Und trotz des vielen Regens, die Kinder und Jugendlichen hatten ihren Spaß und haben eine tolle Woche erlebt. Es fand ja auch im Norden Deutschlands statt, und da heißt es ja bekanntlich, es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung.

Jetzt hat die MeToo-Bewegung also auch den Schach-sport erreicht. In einem offenen Brief klagten vierzehn französische Schachspielerinnen das Verhalten der männlichen Schachspieler an und schnell wurden aus den vierzehn Frauen siebzig Frauen, die unterschrieben. Und es werden weitere folgen. Viel zu lange wurde geschwiegen und abgewiegelt. Die Deutsche Schachjugend versuchte oft genug in den zurückliegenden Jahren das Thema beim Deutschen Schachbund zu platzieren. Doch vergebens. Mobbing gegen Frauen, sexuelle Übergriffe so was gibt es im Schachsport nicht, war die Antwort. Eine einfache Antwort, negieren statt hinzuschauen und zu handeln.
Erst kürzlich vor wenigen Wochen fand ein Vorbereitungslehrgang des DSB auf internationale Meisterschaften für die Jugend statt. In einem Viererzimmer wurden eine Mutter mit ihrer Tochter zusammen mit einem Vater und seiner Tochter untergebracht. Natürlich ohne Zustimmung der Betroffenen. Sie wurden erst gar nicht gefragt. Eine Gedankenlosigkeit? Ja so kann man es wohlwollend nennen. In Wirklichkeit ist es aber ein Unding, eine Unmöglichkeit, die jeder verantwortungsbewusste Offizielle verhindern muss.
Unwidersprochen blieb auch in einem Bericht auf der DSB-Homepage über eine internationale Jugendmeisterschaft der vorwurfsvolle Satz, dass der Junge in einer Verlustpartie einen Mädchenzug gespielt hätte. Dabei steht bei solchen Artikeln zumeist der Satz darunter redaktionell überarbeitet.
Und schaut man sich die Bebilderung in der medialen Berichterstattung von internationalen Schachturnieren an, so findet man dort viele Fotos weiblicher Schachspielerinnen. Und dabei geht es den männlichen Fotografen nicht um das Schachliche, vielmehr stehen der Ausschnitt und das Aussehen der Frauen im Vordergrund.
Das Bundesinnenministerium des Bundes zwingt die Spitzenverbände des Sports, wollen sie weiter eine Förderung des Bundes erhalten, sich der Thematik Prävention anzunehmen. Also tun sie es auch und so veröffentlichte der Deutsche Schachbund auch schnell eine Stellungnahme zum offenen Brief und der Medienberichterstattung über #MeToo im Schach.

Doch Prävention und die Wertschätzung aller Geschlechter findet nicht auf dem Papier und in Sonntagsreden statt sondern im täglichen Schachleben. Und da ist es noch ein weiter Weg, den der Schachsport zu gehen hat.
Wie sagte doch ein führender Schachfunktionär auf einer Versammlung des DSB über die Rolle der Frauen im Schach? „Man braucht Frauen im Verein, denn irgendwer muss sich ja um den Tresen und die Versorgung am Spielabend kümmern.“

Ich will aber nicht enden ohne positive Nachrichten vom Schach. Ganz Schachdeutschland fieberte beim FIDE World Cup mit Vincent Keymer mit, als der die erste von zwei Partien gegen den Weltbesten Magnus Carlsen gewann. Dass er man Ende doch noch verlor, geschenkt. Aber es war ein großer Moment für das deutsche Schach. Und nicht vergessen, Vincent ist erst 18 Jahre alt, also noch Jugendlicher.

Ich wünsche der Leserschaft einen sonnigen Restsommer und natürlich viel Spaß mit Jugendschach. Und vor allem habt weiterhin viel Spaß beim Schach.

Bleibt gesund und zuversichtlich!

Ihr / Euer Jörg Schulz

Schachzeitung JugendSchach 09/2023 kaufen

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Schach spielen!

Aktuelles

Jugend-Team-EM 2023: Deutsche U12-Mädchen holen überraschend Bronze
Prag: Marius Deuer wird Internationaler Meister
Budapest: IM-Norm für Leonardo Costa
Schulschachturnier an der Theo-Betz-Grundschule

Schachserien

Denken und Planen leicht gemacht Folge 24 – Der Angriff gegen den unrochierten König über die Todesdiagonale (Teil 2)
Eröffnungsecke: Strategien in der Caro Kann Abtauschvariante
Taktik Matt / Vorteil in 1 Zug
Taktik Vorteil in 2 Zügen
Taktik für Fortgeschrittene und Vereinsspieler Vorteil oder Matt in 3 / Matt in 4 Zügen
Kombiecke: Kombis von der DEM 2023 Teil 2
Schachtaktik Mix 09/2023
Lösungen

JugendSchach

DSJ-Forum

Ausbildung – Schulschachpatent Frauen für Frauen
Mädchenschach – Mädchenschachkongress
Mädchenschach – #MeToo-Bewegung im Schach
Ehrenamt – Bundesfreiwilligendienst
Ehrenamt – neuer Finanzreferent der DSJ
Allgemeine Jugendarbeit – Schachokalypse
Allgemeine Jugendarbeit – Sommercamp 2024
Internationales – Deutsch – Japanischer Simultanaustausch
Internationales – Deutsch – Französischer Jugendkongress
Termine – Termine – Termine